Dienstag, 17. Januar 2017

"Kati" mit Tutorial

Ich habe es wieder getan: ich habe eine "Kati" genäht.


Das kleine Täschchen mit Spitzenreissverschluss habe ich wohl schon am häufigsten genäht. Diesen Schnitt, den ich selber konstruiert habe,  liebe ich wirklich. Hier eine kleine Auswahl:







Das Täschchen hat genau die richtige Grösse, so dass es sich für viele Zwecke eignet, sei es als Kosmetiktäschchen oder Stiftmäppchen. Den Boden habe ich extra so lange gemacht, dass ein neuer Bleistift genau hineinpasst. Auch Mascara und Lipliner passen gut hinein. Kleine Täschchen hat man/frau ja eh nie zu viele.


Heute möchte ich zur Feier meines 1.Bloggeburtstags das Schnittmuster und ein Tutorial dazu veröffentlichen. Wer über die Entstehung der "Kati" mehr erfahren möchte, darf gerne hier nachlesen.
Nun also los mit der Anleitung:

Material
- Aussenstoff
- Futterstoff
- Einlage
- einen 20cm langen Spitzenreissverschluss
- zwei Stück dünnes (Gurt-)Band à 8cm

als Aussenstoff eignet sich eigentlich alles, ich habe meist Jeans von alten Hosen verwendet. Aber man kann auch Wachstuch, Kunstleder oder Leinen (Bsp. die hellgraue "Kati") nehmen. Dünnen Baumwollstoff, wie man ihn zum Beispiel für Patchwork verwendet, würde ich mit Bügelvlies verstärken
als Futterstoff eignet sich sehr gut Wachstuch, das es schmutzunempfindlich ist, aber auch dünne Baumwollstoffe.
Als Einlage verwende ich immer ganz billige Putzlappen. Wenn ich zwei sehr dünne Stoffe vernähe, verstärke ich sowohl Aussen- als auch Futterstoff mit einem Lappen, bei dickeren Stoffen verstärke ich nur das Futter. Natürlich kann man auch ein dünnes Volumenvlies verwenden.

2 x ausdrucken, ausschneiden und an der gekennzeichneten Seite (Spiegelachse) zusammenkleben.

Zuschneiden
Die Vorlage aus Futterstoff, Einlage und Aussenstoff jeweils 2 x gegengleich mit Nahtzugabe auf allen Seiten (auch Seite B) ausschneiden.
Ich gebe immer 7mm Nahtzugabe, dann kann ich nachher füsschenbreit nähen.


man kann die Vorlage auch im Bruch zuschneiden. Dafür muss man die lange Seite B (in der Vorlage als "Stoffbruch" gekennzeichnet) an den Bruch legen. Bei dieser Variante ist es schwieriger, den Reissverschluss einzunähen, aber es geht.

Wenn man Verzierungen oder Applikationen anbringen möchte, ist das jetzt ein guter Moment.
Den mit Perlen aufgestickten Namen habe ich erst ganz am Schluss gemacht, damit ich die Position besser sehe. Allerdings sieht man dann innen die Fadenenden.

Nähen
1. Futter auf dem Lappen ganz glattstreichen und rundherum mit Zickzack versäubern.


Man kann das Futter auch mit Steppnähten auf dem Lappen (oder dem Volumenvlies) feststeppen, das sieht auch nett aus. Hier habe ich das so gemacht.

2. Je ein Futter und ein Aussenstoff rechts auf rechts legen, die kurze Seite A mit Stecknadeln oder Klammern fixieren und mit Geradstich nähen.


Dabei darauf achten, dass man am Anfang und am Ende der Seite 2cm freilässt.




Beide Teile auf rechts drehen und die Naht bügeln (oder mit den Fingern glattstreichen)

3. Nun kommt der Reissverschluss
Den Reissverschluss sorgfältig auf dem Aussenstoff an die Kante legen und fixieren (mit Nadeln, Klammern oder Stylefix). Darauf achten, dass die Hähnchen neben dem Stoff zu liegen kommen und nicht auf dem Stoff.
Den Reissverschluss mit dem Reissverschlussfüsschen festnähen und dabei wieder 2cm von der Seite entfernt anfangen und 2cm vor Ende aufhören.
Auf Höhe des Schiebers die Nadel unten stecken lassen, das Füsschen heben und den Schieber nach hinten ziehen.



Es muss ein Abstand bleiben zwischen den beiden Stoffstücken!


Nun wird das Futter und die Aussenseite separat weiter genäht.

4. Die Bodennaht schliessen
Dafür die beiden Aussenstoffe und die beiden Futterstoffe jeweils links auf links aufeinander legen und die lange Seite B zunähen.


5. Damit die Bodennaht schön flach ist und die Nahtzugabe nicht zu sehr aufträgt, streiche ich die Nahtzugabe auseinander und nähe mit einem Zierstich, zum Beispiel dem Wabenstich, darüber. Dafür muss ich den Reissverschluss öffnen.


6. Das Gurtband feststeppen (nur beim Aussenstoff)
Das Gurtband in der Länge halbieren und auf der rechten Seite des Aussenstoffes an beiden Seiten c/c, die mit der geschlossenen Bodennaht nun komplett sind, mittig feststecken. und schmalkantig mit einem Geradestich oder Zickzack festnähen.


7. Seite c/c rechts auf rechts auf die Seite d/d legen und absteppen.




Wenn man möchte, kann man noch dort wo der Reissverschluss ist (und jetzt eine kleine Öffnung entstanden ist) die Naht von Futter und Aussenstoff aufeinander legen und zusammennähen. Man sollte aber nicht die ganze Seite zusammennähen, das sonst das Schliessen der Ecken sehr schlecht geht.
Ganz wichtig: jetzt den Reissverschluss öffnen!

8. Nun kommt 7 mal der selbe Schritt:
Alle vier Öffnungen des Aussenstoffes und nur drei des Futters schliessen. Dafür die Bodennaht auf den Reissverschluss legen. Die Naht C/D liegt nun mittig. Seite E liegt auf Seite f/f, genäht wird von * nach *.
Eine Öffnung im Futter bleibt als Wendeöffnung offen!

9. Sorgfältig wenden


Die Geburt eines Täschchens 😀


10. Wendeöffnung schliessen.
Entweder elegant mit einer versteckten Naht oder zackig mit der Nähmschine.
Dafür die Nahtzugabe nach Innen falten, und wie bei den anderen Öffnungen die Seite E auf die Seite f/f legen und von * zu * klappkantig absteppen.


Fäden auf eine Seite ziehen, verknoten und vernähen (oder abschneiden).
Das Futter ins Täschchen stopfen. Alles zurechtzupfen.


Fertig!

verlinkt bei Creadienstag und zum ersten Mal bei Taschen&Täschchen

Kommentare:

  1. Alles Gute zum Bloggeburtstag! Und vielen Dank für die Anleitung.
    Viele Grüße, Tina

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  2. Schick, deine Kati und Danke für die vielen erklärenden Bilder!

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